Bürgermeister Trauner sagt kurzfristig Termin zur Entgegennahme der Petition ab!

Bereits am 6. Juli 2016 hatte der Sprecher der Bürgerinitiative „Weißenkirchen muss Weltkulturerbe bleiben“, Dr. Wim Beckers mit der Sekretärin der Marktgemeinde Weißenkirchen, Frau Leitzinger, den Termin für die Übergabe der „Petition zur Bausünde in Weißenkirchen“ an Bgm. Trauner mit 19. Juli 2016 17:00 Uhr vereinbart.

 

Um Bürgermeister Trauner Gelegenheit zu geben, sich auf den Übergabeakt vorzubereiten wurde ihm noch in der Nacht vom Sonntag, 17. Juli auf Montag, 18. Juli 2016 per Mail das Manuskript der geplanten Ansprache des Sprechers der Bürgerinitiative übermittelt.

Am Montag, dem 18. Juli 2016 um 10:00 Uhr schrieb der Amtsleiter der Marktgemeinde Weißenkirchen an Dr. Beckers ein Mail mit folgendem Wortlaut:

 

Sehr geehrter Herr Wim Beckers,

die Marktgemeinde Weißenkirchen i.d.Wachau teilt höflich mit, dass aus terminlichen Gründen die Übergabe bei der oben angeführten Sprechstunde nicht stattfinden kann. Um Verständnis wird höflich ersucht.

Mit freundlichen Grüßen

 

In einem unmittelbar darauf geführten Telefonat  begründete Amtsleiter Christian Tauber die Absage offiziell mit der am Dienstag, 19. Juli  im Teisenhoferhof  stattfindenden Premiere der „Wachauer Festspiele“. Diese Begründung erschien nicht schlüssig: Der Premierentermin war schon lange vor der Vereinbarung des Übergabetermins  bekannt, die Theatervorstellung begann erst um 20:00 Uhr  (Einlass ab 19:00 Uhr).

Damit konfrontiert, stellte der  Amtsleiter den eigentlichen Grund für die Absage dar: dass nämlich Bürgermeister Trauner die Übergabe der Petition „nicht will“. Überdies sei die Bürgerinitiative „nur  lästig und spaltet“, die Zeitungen würden „nur Lügen verbreiten“.

Dr. Wim Beckers erwiderte, dass der vereinbarte Übergabetermin bereits allgemein bekannt gemacht worden war (etwa Mail an alle Online – Unterzeichner, Artikel im Kurier http://kurier.at/chronik/niederoesterreich/welterbe-vertraeglichkeit-wird-geprueft/210.331.999 ) und eine Absage vor diesem Hintergrund  nicht in Betracht komme.

 

Tatsächlich fanden sich die Mitglieder der Bürgerinitiative sowie Vertreter des „Arbeitskreis Welterbe Wachau“ im Beisein von Medienvertretern am Dienstag, dem 19.Juli 2016 Punkt 17:00 Uhr vor dem Gemeindeamt ein, um Bürgermeister Trauner die Petition zu übergeben, konnten dies aber nicht durchführen, da jener nicht zugegen war. Zuvor hatte Dr. Wim Beckers die Gemeindesekretärin gefragt, ob Bgm. Trauner vielleicht doch gekommen sei, was diese verneinte.

Bürgermeister HR DI Hubert Trauner wurde gesehen, wie er kurz vor 19:00 Uhr desselben Tages zur Premiere der „Wachauer Festspiele“ schritt.

Die Petition samt Unterschriften von 1369 Mitbürgern wurde am 20. Juli eingeschrieben zur Post gegeben.

Der Arbeitskreis Welterbe Wachau wartet weiter darauf, dass Bürgermeister Trauner das Angebot vom 17. April 2016 annimmt, mit ihm ins Gespräch zu treten.

 

 

 

12 Comments

  1. Michael Theuerweckl

    Sehr geehrter Herr „Bürger“-meister Trauner,

    ich kann mich den Worten von Herrn Franz Böck nur anschließen:

    Ihr Politiker habt allesamt den Bezug zu denen, die Euch in der Hoffnung gewählt haben, von Euch auch tatsächlich vertreten zu werden, völlig verloren.

    Man kann nur hoffen, dass Ihnen bei nächster Gelegenheit ebenso die Rechnung präsentiert wird, genau so wie es den beiden Herren der sogenannten „Großparteien“ bei der Bundespräsidentenwahl ergangen ist.

    Mit Volks- bzw. Bürgervertretung hat Ihr Verhalten absolut nichts (mehr) zu tun.

    Mit freundlichen Grüßen
    Michael Theuerweckl

  2. Anglmaier Leopold

    Sg. Hr. Bürgermeister!
    Es ist hinlänglich bekann, dass dieses Verhalten welches Sie an den Tag legen bei einigen Bürgermeister
    welche der Lobby mehr bedeuten als die Ortsbevölkerung und dass diese nach den Wahlen betrogen
    und beschissen werden, ist ebenso verwerflich.
    So eine Lobby mit barem winkt, vergesst Ihr Eure Verpflichtung!

    Anmerkung: Bevor sich ein Kanditat zum Bürgermeisteramt bewirbt, müsste er sich „vorher“ unbedingt
    einer Zertifizierung, (Verlässlichkeitsprüfung) unterziehen und diese auch bestehen.
    Aber da sehe ich das nächste Problem: Wer soll diese wetteifernden Kandidaten prüfen?
    Nachdem wir auch keine seriösen und ebenso verlässlichen Prüfer haben!
    Vor allem keine „unabhängigen“, beinahe alle sind mit maßloser Gier behaftet.

  3. der arbeitskreiswelterbewachau ist ein scherz – den benötigt keiner! wenn spitzer und dürnsteiner nun entscheiden, was in weissenkirchen gemacht werden darf, na dann gute nacht! 1.369 gemeindebürger hätten unter schrieben ist auch als posse einzustufen, denn da hätten auch die säuglinge und kleinkinder mitunterschrieben – vielmehr entscheiden hier personen mit, die für die entwicklung von weissenkirchen gar nichts beitragen. die bezeichnung weltkulturerbe ist zwar nett, weder tourismuszahlenmässig noch wirtschaftlich ist es jedoch eine notwendigkeit, sondern erschwert nur eine positive (auch bevölkerungs-) entwicklung.

  4. Mir stellt sich vor allem die Frage, warum dieser Bürgermeister wohl so vehement bemüht ist, den Investoren gefällig zu sein. Was ist der Grund? Hass auf seine Heimat, die Wachau? – Kann ich mir nicht vorstellen. Totale Ignoranz? Kann ich mir vorstellen, wenn auch nicht als alleinigen Grund. Ist er dem Investor gegenüber Verpflichtungen eingegangen? Denkbar, wäre bananenrepublikanisch nichts Neues, auf jeden Fall ein Grund für Nachforschungen! Es müssen jedenfalls handfeste und lohnende Gründe sein – lohnend jedoch auf keinen Fall für die Menschen, die diesen Mann im guten Glauben gewählt haben. Ich hoffe, zum letzten Mal!

    Kurt Lorenz, Kameramann u. Dokumentarist, Korneuburg.

  5. Dr. Gerhard Zeillinger

    Wenn ein demokratisch gewählter Bürgermeister die Sorgen und Anliegen der Wähler nicht einmal zur Kenntnis nehmen will, dann hat er seine demokratische Legitimation verloren. Was dann noch bleibt, ist Ignoranz und Arroganz.

  6. Stefan Radschiner

    Einen Tag nach dem Brexit hat Jean Claude Juncker unbeeindruckt gesagt, daß ttip eine reine Eu Sache ist und die europäischen Parlamente nichts angehe. Weil der Widerstand gegen diese arrogante Art aber schnell groß wurde, musste Herr Juncker am nächsten Tag zurück rudern. Der Herr Bürgermeister von Weissenkirchen sollte sich das genau zu Gemüte führen, sonst wird er nach der nächsten Wahl kein Bürgermeister mehr sein.
    Fazit: Widerstand ist alles! Daher dran bleiben und dem Herrn Bürgermeister vorsorglich schon mal das Zurückrudern oder auch das Zurücktreten beibringen.
    Alles Gute wünscht
    Mag. Stefan Radschiner

    1. Mag. Franz Böck

      Hallo Stefan,
      Leider leben wir in postdemokratischen Verhältnissen, die Repräsentanten des Volkes haben sich häufig und weitgehend von denen, die sie vertreten sollten abgekoppelt und vergessen, das die Bürger und in deren Gesamtheit, das Volk der eigentliche Souverän ist.
      Aber der frühere ÖVP-Slogan „Hände falten – Gosch’n halten“, greift immer weniger….
      Das Volk muckt auf!!! Ja darf es das???
      Ich denke es muss!!
      Zivilcourage und ziviler Ungehorsam ist gefragt, oder wollen wir türkische, polnische, ungarische Verhältnisse??

  7. Rainer Balduin

    Unglaublich das Benehmen der gewählten Politiker ! Diese glauben doch wirklich, dass – einmal gewählt -alles machbar ist. Auch gegen den Willen des Volkes !
    Die Demokratie gibt es schon lange nicht mehr !
    Man kann nur alle paar Jahre eine Diktatur wählen und dann vielleicht wieder abwählen !
    Die Bürgerinitiatve Zögernitz in Wien- Döbling http://www.facebook.com.Zögernitz-Biedermeier und Bürgerzorn wünscht der Initiative in Weißenkirchen viel Glück !

  8. Friedrich Piewald

    Als Bürgermeister eine Petition, welche von 1.369 Gemeindebürgern unterschrieben wurde, einfach zu ignorieren und aussitzen zu wollen, ist selbst für „österreichische“ Verhältnisse ein starkes Stück!!!
    Hier kann man allen Unterzeichnern nur raten, eine persönliche Anfrage an den Herrn Bürgermeister im Sinne von „was soll das?“ zu richten!

  9. Agnes Montepulciano

    1. Die Übergabe einer Petition, hinter der besorgte Bürgerinnen und Bürger stehen – zu einem beträchtlichen Anteil auch WeißenkirchnerInnen-, ist demokratiepolitisch höchst bedenklich.
    2. Mit dem Welterbe schmücken, die damit einhergehenden Förderungen entgegen nehmen, aber nun erwiesenermaßen nichts für seinen Schutz unternehmen, ist das eine neue Politikergeneration?

  10. Vielleicht wird diese Provinzposse in 10 Jahren im Theisenhoferhof als Theaterstück aufgeführt.
    Erstaunlich, dass selbst Gemeindepolitiker den Bezug zu ihrer Basis (=BÜRGER) verloren haben.
    Insofern führt sich das Wort BÜRGERMEISTER bei Hrn. DI Trauner gerade ad absurdum.

    Mal sehen, ob bei den nächsten Wahlen ein Erwachen kommt.

  11. bürger dürfen wählen, bürger dürfen zahlen. mehr nicht.

    der termin wird aus terminlichen gründen abgesagt.
    mit den anliegen hunderter besorgter bürger will er nichts zu tun haben.
    als bürger-meister sei ihm die bürger-initiative lästig.
    nicht lästig: theaterbesuch.
    die zeitungen (Kurier, Standard) würden lügen.
    die gemeindezeitung nicht.

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