WELTERBE Sanktionen

Die UNESCO verfügt über keine Möglichkeit gegen einen vertragsbrüchigen Staat mit Zwangsmaßnahmen vorzugehen.

Kommt ein Staat seinen Verpflichtungen nicht nach kann das Welterbekomitee das bedrohte Gut auf die Liste des gefährdeten Welterbes, die sog „Rote Liste“ setzen.

Ein solcher Schritt ist nicht als „Strafe“ anzusehen, sondern vielmehr ein Aufruf an die Weltöffentlichkeit, auf den betreffenden Staat einzuwirken, ihm gegebenenfalls Hilfe zu leisten.

Zeigt auch das keine Wirkung geht das Welterbekomitee mit Streichung des Gutes von der Liste des Erbes der Menschheit vor (so geschehen etwa im Falle Dresden).

Auch Private (Einzelpersonen oder Verbände) können sich bei wahrgenommenen Verstößen direkt an das Welterbekomitee wenden, was deshalb interessant ist, da auf die Einhaltung völkerrechtlicher Verträge (wie die Welterbekonvention) für gewöhnlich nur Völkerrechtssubjekte (also im wesentlichen nur Staaten) drängen können. Hier zeigt sich die vorausschauende Weisheit der Schöpfer der Welterbekonvention.