Verkehr

  1. Ausgangspunkt unserer Überlegungen ist der „Außergewöhnlichen Universelle Wert“ (im englischen Text der UNESCO – Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt BGBl. Nr. 60/1993 „Outstanding Universal Value“, kurz OUV)der Wachau.

    Die Wachau ist auf der Basis der Kriterien (ii) und (iv) der Konvention in die Liste des Erbesder Menschheit eingetragen. Diese Kriterien lauten:
    (ii) Die Wachau ist ein herausragendes Beispiel einer in den Bergen gelegenenFlusslandschaft, in der sich der materielle Nachweis ihrer langen geschichtlichen Entwicklung in einem bemerkenswerten Ausmaß bewahrt hat.

    (iv) Die Architektur, die menschlichen Ansiedlungen, die landwirtschaftliche Nutzung des Landes in der Wachau illustrieren auf lebendige Weise eine grundsätzlich mittelalterliche Landschaft, die sich organisch und harmonisch über die Zeit entwickelt hat

    Die weltweite Einzigartigkeit der Wachau ist geprägt durch

    1. die geschlossenen Orte mit der typischen Architektur ihrer Bauten,
    2. die zwischen den Ortschaften liegenden freien Obst- und Weinflächen,
    3. das große, frei fließende Gewässer der Donau mit ihren Auen,
    4. die Steilhänge mit ihren Steinterrassen, Felspartien, Trockenrasen und Wald,
    5. die Burgen, die Stifte Melk und Göttweig, die Altstadtensembles von Melk, Krems- Stein sowie die Wachaubahn.
  1. Leitbild:
    Einer schonenden Verkehrsentwicklung in der Wachau:

    Die Wachau ist eine Tallage zwischen den Städten Krems und Melk mit einem Einzugsgebiet von rd. ………tsd. hier lebenden Menschen. Die Ausrichtung des Verkehrs erfolgt zwischen diesen beiden Städten entlang der Donau durch Bahn, Bus, Schiff bzw. Individualverkehr.

    Als Hauptverkehrsinfrastruktur stehen dabei die Bundesstraßen B 3 (nördlich) B 33 (südlich) der Donau, die Bahn (nördlich) der Donau bzw. die Donau selbst für die Schifffahrt zur Verfügung.

    Über diese drei Hauptverkehrsadern erfolgt einerseits die tägliche Verkehrsabwicklung für die hier lebende Bevölkerung (………….tsd.) bzw. andererseits die saisonale Verkehrsbewältigung welche durch den Tourismus hervorgerufen wird.

    Aufgrund der beengten Tallage und den nur bedingt zur Verfügung stehenden Grundressourcen für Verkehrsinfrastruktur soll dem öffentlichen Verkehr in all seiner Verfügbarkeit größte Bedeutung  eingeräumt werden.

    Die vorhandene Verkehrsinfrastruktur soll primär den hier lebenden Personen welche ihren täglichen Bedarf über diese Verkehrsader bedienen müssen zur Verfügung stehen. Weiters ist für diesen Personenkreis (Schüler, Personen ohne Verkehrsmittel etc.) ein entsprechendes öffentliches Verkehrs- angebot bereitzustellen. Weiters sollte der öffentliche Verkehr (Bahn, Bus, Schiff) durch entsprechendes Angebot künftig auch die Hauptlast des Tourismusverkehrs übernehmen. Ein weiterer nicht vernachlässigbarer Aspekt sind auch nicht auszuschließende Donauhochwässer. In solchen Situationen sollte die Hauptlast des Verkehrs über die Bahninfrastruktur abgewickelt werden können.

    Aus dieser Situation heraus ergeben sich folgende Schwerpunkte für eine schonende Verkehrsentwicklung für die  Wachau:

 

  1. Maßnahmen:

 

  1. Bahn:
    a) Verkehrsangebot für die in der Wachau lebende Bevölkerung
  • Fahrpläne abgestimmt auf den täglichen erforderlichen Bedarf inkl. Einbeziehung des Zubringerverkehrs bzw. Busverkehrs abgestimmt auf den täglichen Bedarf, zB.: Schülertransporte, Personen ohne Verkehrsmittel, Hochwasser,
  • Errichtung neuer Haltepunkte – zB.: Groisbach, Willendorf, Hinterhaus, St. Michael, Joching Motto = näher zum Bürger
  • Leistbares Tarifsystem (analog Bus) Die Bahn darf nicht teurer sein als der Bus. Leistbare Dauerkarten für Einwohner und länger domizilierte Touristen
  1. b) Verkehrsangebot für den Tourismus
  • Fahrpläne abgestimmt auf den saisonalen Bedarf des Tourismus
    zB.: Radtransport, Kombination Schiff + Bahn, Kombination Bustourismus – Bahn,   Bedienung von Kulturveranstaltungen, Festveranstaltungen (Sonnwendfeier, Marillenkirtag, Weinherbst, Wachaumarathon, Weinfrühling, Gourmetfestival, etc.), Heurigenzüge am Wochenende, Führung von kulinarischen Zügen….
  1. Bus:
    a) Verkehrsangebot für die in der Wachau lebende Bevölkerung
  • Fahrpläne abgestimmt auf den täglichen erforderlichen Bedarf
    Zubringerverkehr zu Bahn, Übernahme des Bahnverkehrs in verkehrsarmen Zeiten,
    zB.: Schülertransporte, Personen ohne Verkehrsmittel,

    b) Verkehrsangebot für den Tourismus

  • Fahrpläne abgestimmt auf den saisonalen Bedarf des Tourismus
    Zubringerverkehr zu Bahn und Schiff, Übernahme des Bahnverkehrs in verkehrsarmen Zeiten,
    Bedienung von Kulturveranstaltungen bzw. Festveranstaltungen abseits der Bahn, Heurigenbusse am Wochenende, Hip-Hop Busse….
  • Errichtung neuer Haltepunkte – zB.: Seilbahn Aggsbach, Fähren Spitz, Weißenkirchen, Wanderetappenziele (abgestimmt Welterbesteig), Motto = näher zum Touristen
  1. Schiff:
    a) Verkehrsangebot für den täglichen Schiffsverkehr in der Wachau
  • Fahrpläne abgestimmt auf den saisonalen Bedarf des Tourismus
    Fahrplanangebote abgestimmt auf Bahn, Bus, bzw. Tourismusbedarf (Rad, Wander, Kulturtouristen, Gourmetschiffe….)

    b) Verkehrsangebote für den Kabinenschifffahrtsverkehr

  • Busparkplätze bei den Anlegestellen der Kabinenschiffe
  • Shuttleverkehr ab den Anlegestellen der Kabinenschiffe
  • Leitsysteme für den Fußgeher
  1. Fähren, Seilbahn, Shuttle:
  • Schaffung von Donauquerungsmöglichkeiten
    Fähren in Spitz/Arnsdorf, Weißenkirchen/Rossatz, Dürnstein/Rossatz
    Seilbahn in Aggsbach Markt/Aggsbach Dorf
    Shuttlebus in Emmersdorf/Melk
  1. Zubringerverkehr (Waldviertel)
  • Abgestimmter Busverkehr auf die Hauptverkehrsverbindungen entlang der Donau
  • Bewirtschaftung der Anlegestellen durch und Liegegebühren für Kabinenschiffe für die Wachaugemeinden zweckgebunden zum Ausbau der Infrastruktur.
  • Anpassung der STVO, damit in bestimmten Bereichen ohne Bodenmarkierung Halten & Parken auch im Gegenverkehrsbereich gestattet wird (Übernahme der contra legem gängigen Praxis).
  • Vermeidung von Großereignissen mit überwiegendem Auftreten von Individualverkehr.
  • Stärkung des öffentlichen Verkehrsmittels Wachaubahn:
    • günstige Dauerfahrkarten für Einwohner und längerfristig bleibende Gäste
    • verkürzter Taktverkehr
    • Erhalt und Ausbau der Anbindung an Großraum Linz/Wels