Bildung

  1. Ausgangspunkt unserer Überlegungen ist der „Außergewöhnlichen Universelle Wert“ (im englischen Text der UNESCO – Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt BGBl. Nr. 60/1993 „Outstanding Universal Value“, kurz OUV) der Wachau.

    Die Wachau ist auf der Basis der Kriterien (ii) und (iv) der Konvention in die Liste des Erbesder Menschheit eingetragen. Diese Kriterien lauten:

    (ii) Die Wachau ist ein herausragendes Beispiel einer in den Bergen gelegenenFlusslandschaft, in der sich der materielle Nachweis ihrer langen geschichtlichen Entwicklung in einem bemerkenswerten Ausmaß bewahrt hat.

    (iv) Die Architektur, die menschlichen Ansiedlungen, die landwirtschaftliche Nutzung des Landes in der Wachau illustrieren auf lebendige Weise eine grundsätzlich mittelalterliche Landschaft, die sich organisch und harmonisch über die Zeit entwickelt hat

    Die weltweite Einzigartigkeit der Wachau ist geprägt durch

    1. die geschlossenen Orte mit der typischen Architektur ihrer Bauten,
    2. die zwischen den Ortschaften liegenden freien Obst- und Weinflächen,
    3. das große, frei fließende Gewässer der Donau mit ihren Auen,
    4. die Steilhänge mit ihren Steinterrassen, Felspartien, Trockenrasen und Wald,
    5. die Burgen, die Stifte Melk und Göttweig, die Altstadtensembles von Melk, Krems- Stein sowie die Wachaubahn.

 

  1. Analyse:
    Das Bewusstsein der Wachauer Bevölkerung in einer weltweit einzigartigen Landschaft zu leben und zu wirtschaften leidet am Mangel des Wissens um die eigene Identität, namentlich um das Wissen darüber, was die weltweite Einzigartigkeit der Wachau ausmacht und zu bewahren ist, weil dies die Grundlage auch des nachhaltigen Wirtschaftens ist.

    Die Kenntnis der Inhalte der UNESCO – Konvention, ja um das Wesen der UNESCO selbst ist auch in Politikerkreisen so gut wie nicht vorhanden. Darin liegt auch der tiefere Grund für die Fehlentwicklungen der letzten eineinhalb Jahrzehnte.

  1. Maßnahmen:
  • Vermittlung der Identitätsstiftenden Besonderheiten der Wachau und ihrer Entstehung durch Vortragsveranstaltungen, Exkursionen unter Einbindung der bestehenden Verbände.
  • Implementierung des Welterbeprogramms in den Unterricht der Schulen der Wachaugemeinden.
  • Schulung der Sachverständigen des Landes Niederösterreich sowie freiberuflich tätiger Bau- und Raumordnungsplaner in Bezug auf die besonderen Herausforderungen des Welterebegebietes.