Bauordnungsrecht

  1. Ausgangspunkt unserer Überlegungen ist der „Außergewöhnlichen Universelle Wert“ (im englischen Text der UNESCO – Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt BGBl. Nr. 60/1993 „Outstanding Universal Value“, kurz OUV)der Wachau. Die Wachau ist auf der Basis der Kriterien (ii) und (iv) der Konvention in die Liste des Erbes der Menschheit eingetragen. Diese Kriterien lauten:

    (ii) Die Wachau ist ein herausragendes Beispiel einer in den Bergen gelegenen Flusslandschaft, in der sich der materielle Nachweis ihrer langen geschichtlichen Entwicklung in einem bemerkenswerten Ausmaß bewahrt hat.

    (iv) Die Architektur, die menschlichen Ansiedlungen, die landwirtschaftliche Nutzung des Landes in der Wachau illustrieren auf lebendige Weise eine grundsätzlich mittelalterliche Landschaft, die sich organisch und harmonisch über die Zeit entwickelt hat

    Die weltweite Einzigartigkeit der Wachau ist geprägt durch

    1. die geschlossenen Orte mit der typischen Architektur ihrer Bauten,
    2. die zwischen den Ortschaften liegenden freien Obst- und Weinflächen,
    3. das große, frei fließende Gewässer der Donau mit ihren Auen,
    4. die Steilhänge mit ihren Steinterrassen, Felspartien, Trockenrasen und Wald,
    5. die Burgen, die Stifte Melk und Göttweig, die Altstadtensembles von Melk, Krems- Stein sowie die Wachaubahn.
    6. Maßnahmen:
  • Anwendung des § 56 NÖ BauO 2014 (Ortsbild) – dem bereits geltenden Gesetzestext folgend – im Sinne einer auf den tatsächlichen Bezugsbereich abstellenden Auslegung.
  • Ausweitung der subjektiv – öffentlichen Rechte des Nachbarn auf Einhaltung der Bestimmungen des § 56 NÖ BauO 2014
  • Erweiterung des Kreises der Nachbarn auf den Bezugsbereich, was die Einhaltung des §56 NÖ BauO betrifft.
  • Parteienstellung einer oder mehrerer von der Österreichischen UNESCO – Kommission benannter Institutionen in Fragen des Orts- und Landschaftsbildes.
  • Unabhängiger, überregionaler und/ oder internationaler „Weisenrat“ in architektonischen Belangen.
  • Ortsbildgutachten auf einem der aktuellen Verwaltungsgerichtsbarkeit entsprechenden Qualitätsniveau: Gliederung nach Befund und Schlussfolgerungen wobei auf die Schlüssigkeit des Gedankenganges zu achten ist. Die häufig zu beobachtende bloße Wiedergabe der verba legalia ist unzureichend!