Aggsbach Tankstelle

Der Arbeitskreis Welterbe Wachau hat bereits in einem Artikel vom 18. Juni 2016 über die Umwidmungsmaßnahmen der Gemeinde Spitz in der KG Schwallenbach berichtet. Dabei wurde auch auf die schlechte Zusammenarbeit der Wachaugemeinden in Sachen Schutz des Welterbes hingewiesen.

Nunmehr ist bei der BH Krems ein Verfahren auf bau- und gewerbebehördliche Bewilligung einer Maschinenhalle, eines Flugdaches samt Nebengebäuden auf dem Areal der ehemaligen Tankstelle in Aggsbach/Markt anhängig. Um dieses Projekt abzuwenden und gleichzeitig den Weg für eine im Sinne der ganzen Wachau sinnvolle Nutzung des Grundstücks freizumachen hat sich der Arbeitskreis Welterbe Wachau an LHStv. Mag Johanna Mikl-Leitner gewandt.

Das Bemühen des „Arbeitskreis Welterbe Wachau“ zielt darauf ab, das prominent am südlichen Ortsanfang von Aggsbach –Markt gelegene Grundstück einer dem Welterbestatus entsprechenden Nutzung zuzuführen und öffentlich zugänglich zu machen.

Das setzt aber voraus, dass dem gegenwärtigen Eigentümer des Grundstücks (und Bauwerber) eine Alternative geboten wird, indem man ihm – durch Tausch und/oder Verkauf – in seinem Heimatort ca. 1000m² zur Verfügung stellt.

Um das in Betracht kommende Grundstück (im Anschluss an die bisherige Straßenmeisterei Schwallenbach) hatte sich der Kleintransportunternehmer schon seit Jahrzehnten erfolglos bemüht. Es wurde zwischenzeitig von der Gemeinde Spitz an das Land NÖ verkauft. Der bisher widerstrebende Bürgermeister von Spitz kann daher keinen direkten Einfluss auf seine Verwendung mehr nehmen.

Durch eine entsprechende Entscheidung der Landesregierung könnte das Blatt doch noch im Sinne aller (auch sonst noch) Beteiligter gewendet werden. Hier bietet sich die einmalige Gelegenheit, ohne besonderen finanziellen Einsatz die Verhältnisse im Sinne der Wachau positiv zu gestalten. Der Arbeitskreis Welterbe Wachau hofft daher, dass die Landesregierung diesen Handlungsspielraum im Sinne der nachstehenden Abwägung öffentlicher Interessen entsprechend nutzt.

Die Errichtung eines Welterbeladens, eventuell ergänzt um ein Tourismusbüro am südlichen Ortseingang von Aggsbach/Markt stellt eine im Vergleich zur der nun im Raum stehenden Verbauung eine optimale Verwendung dieses Platzes dar und entspricht vollkommen der Widmung des Grundstücks als Bauland/Kerngebiet. Gerade dieser Platz eignet sich für einen „Empfangsraum“ und würde als solcher eine entscheidende Aufwertung für die sonst etwas im Schatten stehende Gemeinde Aggsbach bedeuten.

Demgegenüber ist dieses Grundstücks für einen Bauhof (darum handelt es sich bei dem Vorhaben des Kleintransportunternehmens Schütz) im Sinn des §16 NÖ ROG nicht geeignet. Für derartige Bauten ist das Bauland/Betriebsgebiet vorgesehen. Genau diese Widmung weist aber das Grundstück nahe der Straßenmeisterei Schwallenbach auf!

Es liegt also eine klassische „win-win Situation“ vor. Es bleibt abzuwarten und zu hoffen, dass sich die NÖ Landesregierung diesen Sachargumenten nicht verschließt.

Der Arbeitskreis Welterbe Wachau wurde mittlerweile zu einem Gespräch mit LH-Stv. Johanna Mikl-Leitner eingeladen, um diese Thematik zu besprechen. Über den Ausgang des Gespräches werden wir weiter informieren.