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   Die Präsentation des Managementplans für das Welterbe Wachau-

die (gelungene) Inszenierung einer Totgeburt!

 

Am 29.03.2017 wurde im Brunnensaal des Stiftes Göttweig der „Managementplan Welterbe Wachau“ der Öffentlichkeit „vorgestellt“. Sein Inhalt wurde leider nur in groben Umrissen wiedergegeben. Zu kurz war die dafür vorgesehene Zeit und zu kompliziert der Gegenstand. Wer Genaueres erfahren wollte wurde enttäuscht – und auf ein, 137 Seiten starkes, doppelspaltig geschriebenes Dokument verwiesen, das ab dem folgenden Tag im Internet abgerufen werden konnte.

Umso hochtrabender waren dafür die von der Bühne herab gegebenen Wortspenden der Politiker. Dem unbefangenen Zuhörer wurde das Gefühl vermittelt, als wäre für das Welterbe Wachau etwas Positives, Neues ja Epochales geschaffen worden.

Dieser Eindruck täuscht gewaltig:

1. Was ist neu
Sämtliche relevanten Vorschriften, Gesetze und Verordnungen bleiben unverändert gleich.

Das gilt auch und gerade für die zuständigen Behörden, Institutionen, und die dort handelnden Funktionäre.

Diese werden nur durch ein undurchsichtiges, schwerfälliges und teures Gespinst von gezählten sieben (!) neuen „Institutionen“ (von einem „Welterbebeirat“ bis hin zu einem „Wachauforum“) verbunden, die mangels gesetzlicher Verankerung freilich nichts Verbindliches, sondern nur Empfehlungen produzieren können.

2. Welterbe-Parlament ausgeschaltet!
Die einzige wesentliche Änderung besteht darin, dass mit dem Managementplan die am Welterbe Wachau interessierten Mitbürger, die keine staatlichen Funktionäre sind zu reinen Statisten degradiert wurden. Das spiegelt das Demokratieverständnis des aktuellen politischen Establishments wieder.

Ausgelöst wurde dieser Schritt wohl durch das öffentliche Bekanntwerden der Malversationen des Dr. Andreas Nunzer in Zusammenhang mit der von ihm mehrfach gesetzwidrig erteilten Baubewilligung für den sog. Kalmuck-Keller zum Jahreswechsel 2014/2015. Damals war ihm als Vorsitzenden und DI Michael Schimek als „seinem“ Geschäftsführer offenbar bewusst geworden, dass sie als Leiter des Arbeitskreis Wachau rasch Geschichte sein können, wenn es nur zu einer entsprechenden Willensbildung und Abstimmung bei der Generalversammlung kommen würde.Konsequent wurde die freie Rede bei der GV vom 22.6.2015 unterbunden, ein Ansuchen um Aufnahme in den Verein nicht erledigt, die Herausgabe der Mitgliederliste an Vereinsmitglieder verweigert, um die Einberufung einer a.o. Generalversammlung zu erschweren, der Managementplan ohne Wissen des Vorstandes von einem „Parallelverein“ in Auftrag gegeben und gleichzeitig so getan, als würde der Arbeitskreis Wachau daran arbeiten. Schließlich wurde dieser Managementplan (was der Geschichte des Plans einen ganz besonderen Geruch verleiht) bis zum 25.11.2016 wie ein Geheimpapier behandelt. An diesem Tag wurde er der staunenden Generalversammlung des Arbeitskreis Wachau präsentiert. Angesprochen darauf, dass der Arbeitskreis nach diesem Papier keine Funktion im Welterbemanagement habe, angekündigt, dass nach Etablierung des Managementplan ergebnisoffen über das weitere Schicksal des Vereins diskutiert werden könne.Der Vorsitzende besaß noch die Frechheit darauf hinzuweisen, dass der von ihm (die ganze Zeit über) „geführte“!) Arbeitskreis Wachau ohnehin seit Jahren keine Tätigkeit mehr entfaltet habe.

Der Arbeitskreis Wachau, konnte aufgrund seiner Zusammensetzung und infolge der Tatsache, dass dort fast 200 Mitglieder Mitsprache hatten als das „Welterbe – Parlament“ bezeichnet werden.Das Ergebnis des Doppelspiels seines Vorsitzenden und seines Geschäftsführers ist, dass dieses „Parlament“ ausgeschaltet wurde; und zwar unter Vorspiegelung falscher Tatsachen ohne Wissen der Vereinsmitglieder und des Vereinsvorstandes.An der Wiege des neuen Managementplans steht sohin ein grob vereinsschädigendes Verhalten der beiden Hauptprotagonisten, die wohl meinen, sich dadurch ihre Posten gesichert haben.

3. Wie in der Werbung: …mit alten Fotos
Den Managementplan Welterbe Wachau zieren zahlreiche Landschaftsaufnahmen. Diese sind – abgesehen von der Rossatzer Betonnase, dem an den Eingangsbereich der Welser Messe erinnernden „Welterbzentrum“ in Stein, dem Formrohrgestell bei der Kartause Aggsbach und dem prämierten (die neue Wachauer Baukultur vorgebenden?) Kellergebäude des Weingutes Högl – großteils veraltet und geben nicht mehr den aktuellen Stand wieder!Hier stellt sich die Frage, inwieweit dadurch nicht gezielt die UNESCO-Kommission in Paris (der der Managementplan vorgelegt werden wird) über den wahren Zustand des Welterbegebietes Wachau hinters Licht geführt werden soll.

 

Dies alles führt zum Ergebnis, dass der Öffentlichkeit eine mit immensen Steuermitteln finanzierte „Totgeburt“ vorgelegt wird, die nur einem Zweck dient: Der Fortführung der gegen die Unverwechselbarkeit und Unversehrtheit des Welterbes Wachau gerichteten Handlungen und Unterlassungen von Politikern, die sich ihrer moralischen und gesetzlichen Verpflichtungen aus der Welterbekonvention BGBl. Nr. 60/1993 – aus welchen Gründen immer – nicht bewusst sind.